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Psychische Gesundheit und Wohlbefinden fördern das Lernen in der Schule. Foto: Christian Schwier – stock.adobe.com
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden fördern das Lernen in der Schule. Foto: Christian Schwier – stock.adobe.com

MindMatters

Psychische Gesundheit an Schulen fördern


„MindMatters“ ist ein Programm zur Förderung der psychischen Gesundheit. In Zukunft wird es den Schulen im Rahmen der Präventionskampagne kommmitmensch gemeinsam von elf Unfallversicherungsträgern [1], der BARMER Krankenkasse und der Leuphana Universität angeboten.


Von Dr. Heinz Hundeloh


Psychische Gesundheit – ein Präventionsthema in Schulen

„MindMatters“ unterstützt Schulen bei der Prävention psychischer Auffälligkeiten sowie in der Forderung der psychischen Gesundheit von Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften. Es schließt den Aufbau eines schützenden und fürsorglichen Schulklimas und einer entsprechenden Schulkultur mit ein.

Aus präventiver Sicht ist „MindMatters“ als Präventionsangebot für Schulen wichtig, weil die psychische Gesundheit dort in zentrales Thema ist. Die vorliegenden Studien zur Schulgesundheit belegen, dass sowohl Lehrkräfte als auch Schülerinnen und Schüler zu einem nicht unerheblichen Teil unter Beeinträchtigungen ihrer psychischen Gesundheit leiden. Man schätzt die Prävalenz psychischer Auffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland auf fast 18 Prozent. Hinzu kommen die Kinder, die ausschließlich über psychosomatische Beschwerden klagen. Bei den Lehrkräften sind psychische Beschwerden und Erkrankungen noch häufiger. Durchschnittlich klagen 67 Prozent der Lehrerinnen und 51 Prozent der Lehrer über Beeinträchtigungen ihrer psychischen Gesundheit.

Die psychische Gesundheit ist somit eines der großen Gesundheitsthemen im schulischen Kontext und damit auch ein zentrales Handlungsfeld der gesetzlichen Unfallversicherung.


Zielsetzung von „MindMatters“

Die Qualität der psychischen Gesundheit eines Menschen hat etwas damit zu tun, wie er sich in seinem sozialen und kulturellen Lebenskontext mit Herausforderungen konstruktiv auseinandersetzt, wie er eigene Wunsche, Bedürfnisse und Hoffnungen verwirklicht und wie er sich mit seinem eigenen Anliegen einbringt. Bei dem Programm „MindMatters“ ist deshalb die Forderung von Ressourcen und Fähigkeiten, die es den Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften erlauben, mit den täglichen Anforderungen produktiv umzugehen und ihr Leben eigenverantwortlich zu gestalten, ein zentrales Anliegen.

Das Programm „MindMatters“ basiert auf dem Konzept der „Guten gesunden Schule“ und somit auf derselben Grundlage wie das DGUV-Fachkonzept „Mit Gesundheit gute Schulen entwickeln“. Wie das DGUV-Fachkonzept steht damit das Programm in der Tradition moderner Ansätze, die mit Interventionen nicht nur eine Forderung von Sicherheit und Gesundheit beabsichtigen, sondern auch einen Beitrag zur Verbesserung der Schulqualität sowie der Lehr- und Lernergebnisse leisten mochten.


Umsetzung von „MindMatters“ in Schulen

„MindMatters“ erreicht dieses Ziel durch

  • den Einsatz von Schulentwicklungsmodulen, die sich an das pädagogische Personal der Schule wenden und sie beim Aufbau eines Gesundheitsmanagements im Bereich der psychischen Gesundheit unterstutzen (Schulentwicklungsmodule),
  • den Einsatz von Unterrichtsmodulen zu unterschiedlichen Themen der psychischen Gesundheit wie zum Beispiel den Umgang mit Verschiedenheit. Die Unterrichtseinheiten der Module sind kompetenzorientiert und so konzipiert, dass sie auch für den inklusiven Unterricht in allen Schulformen und –stufen nutzbar sind.

Zur Unterstützung der Programmumsetzung auf Landes- und Schulebene verfügt  „MindMatters“ über ein Nationales Kompetenzzentrum MindMatters, das an der Leuphana Universität angesiedelt ist. Es ist zuständig für das Programmmanagement, insbesondere für die Verbreitung des Programms in den Bundesländern, ebenso für die Durchführung von Aus- und Fortbildungsveranstaltungen in den Bundesländern. Schließlich gehören zu den Aufgaben die Aktualisierung der Programmmodule und die Entwicklung neuer Module.

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Aachener Modell

Im Jahr 2017 wurden in Deutschland 10.699 Arbeitsunfälle durch physische oder psychische Gewalteinwirkung gemeldet, die Anzahl nicht meldepflichtiger Vorfälle liegt jedoch deutlich höher. Das Aachener Modell kann helfen, ein Rahmenpräventionskonzept der Unfallversicherungsträger zu etablieren.


Von Hannah Huxholl, Dr. Just Mields und Christian Pangert



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