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Standortbestimmung

kommmitmensch geht in die zweite Runde

Ergebnisse interne Befragung 

Aufsichtspersonen


Im Sommer 2018 wurden mehr als 650 Aufsichtspersonen und weitere Präventionsfachleute der Unfallversicherung zur internen Wahrnehmung der Kampagne befragt: Trotz kontroverser Diskussion in der Planungsphase der Kampagne hielten fast 80 Prozent der Befragten das Thema Kultur der Prävention beziehungsweise die ganzheitliche Umsetzung von Sicherheit und Gesundheit im Betrieb für sehr bedeutsam oder bedeutsam. Mehr als 60 Prozent der Aufsichtspersonen gaben an, dass ihnen die Ziele der Kampagne klar seien. Aber nur 34 Prozent fühlten sich ausreichend informiert, um Unternehmen zu der Kampagne beraten zu können und nur 11 Prozent gaben an, dafür über genügend zeitliche Ressourcen zu verfügen. Viele Aufsichtspersonen sahen gerade für die kleinen und mittleren Betriebe noch keine ausreichende Praxisnähe der angebotenen Medien.


Externe Wahrnehmbarkeit des kommmitmenschen


Im September 2018 wurde mittels einer Onlinepanel-Befragung bei Unternehmensleitungen und Beschäftigten der Bekanntheitsgrad der Kampagne ermittelt. Auf die Frage, ob bekannt sei, dass Unfallkassen und Berufsgenossenschaften eine gemeinsame Kampagne gestartet hätten, um auf die Bedeutung von Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit aufmerksam zu machen, antworteten nur 5 Prozent der Beschäftigten und 25 Prozent der Unternehmensleitungen, davon gehört zu haben.


Bei den Beschäftigten lag der Bekanntheitsgrad des Plakatmotivs kommmitmensch mit 3,2 Prozent so niedrig, dass man hier tatsächlich von einer „Nullmessung“ sprechen kann. Auch wenn der Bekanntheitsgrad bei den Unternehmensleitungen mit 18 Prozent passend zum ersten Handlungsfeld Führung deutlich darüber lag, war der Abstand zu vergleichbaren Kampagnen deutlich zu groß. Mit diesem Ergebnis bleibt die Kampagne von dem für die Sensibilisierung notwendigen medialen Grundrauschen bei beiden Zielgruppen noch weit entfernt. 


Vision Zero: Konzentration auf Unfallschwerpunkte


Auf Basis dieses Evaluationsergebnisses hat der Steuerungskreis die Ausrichtung der Kampagne nun deutlich verändert. Der kommmitmensch wird sich künftig den Unfallarten mit den meisten schweren oder tödlichen Unfallfolgen widmen.

Dies bedeutet im betrieblichen Bereich zunächst die Konzentration auf zwei Unfallarten: Absturzunfälle und Verkehrsunfälle mit Fahrzeugen. Dabei wird sich der Fokus noch stärker auf kleine und mittlere Unternehmen (KMU) richten. Bis Mai 2019 werden zu diesen Schwerpunkten die inhaltlichen Botschaften konkretisiert sowie neue Medien für die Dachkampagne und die Kampagnen der Unfallversicherungsträger entwickelt. Im Bildungsbereich werden die Schwerpunkte bei Sport- und Schwimmunfällen liegen.


Zum einen sollen damit die Botschaften der Kampagne nach außen deutlich greifbarer werden. Zum anderen soll diese Neuorientierung nach innen auch helfen, eine kommunikative Brücke zwischen kommmitmensch und weiteren divergierenden Kampagnenansätzen zur Kultur der Prävention zu bauen. 


Sechs Handlungsfelder bleiben die Grundlage


Wichtig ist: Die sechs Handlungsfelder bleiben weiterhin die Grundlage der inhaltlichen Struktur der Kampagne und sind die zentralen Ansätze für die Unternehmen, die eine Kultur der Prävention systematisch etablieren wollen. Sie werden inhaltlich jetzt insbesondere für die Prävention von Absturz- oder Verkehrsunfällen sowie Sport-und Schwimmunfällen konkretisiert. Daher können die bisherigen Medien und Tools neben dem neuen Material weiter eingesetzt werden.

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Interview mit Dr. Annette Niederfranke

| Bild: Interview mit Dr. Annette Niederfranke , Direktorin der ILO in Deutschland
Foto: Bundespresseamt
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Zu ihrem 100. Geburtstag hat die Internationale Arbeitsorganisation ILO den Bericht „Für eine bessere Zukunft arbeiten“ vorgelegt. Wie können menschenwürdige Arbeitsbedingungen, soziale Sicherheit und Unfallversicherungsschutz künftig gewährleistet werden? Ein Gespräch mit Dr. Annette Niederfranke, Direktorin der ILO in Deutschland.


 

Das Interview führte Elke Biesel, DGUV



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