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Exposition durch UV-Strahlung

Auch in der Freizeit ein Problem!

UV-Schutz
Foto: DGUV

Die UV-Strahlung der Sonne kann Hautkrebs verursachen, wenn der Körper nicht geschützt wird. Deshalb sollten besonders Menschen, die beruflich viel im Freien arbeiten, auch privat ihre Haut vor UV-Strahlung schützen.


Von Dr. Marc Wittlich


Sobald wir uns im Freien bewegen, sind wir gegenüber der UV-Strahlung der Sonne exponiert. Unserer Haut ist es dabei egal, ob dies während der Freizeit oder der Arbeitszeit passiert, man zahlt auf das UV-Konto der Haut ein. Dieses kann bekanntlich nicht gelöscht werden, daher ist Schutz notwendig, um weitreichenden Erkrankungen vorzubeugen. Das Institut für Arbeitsschutz der DGUV (IFA) hat in den vergangenen Jahren großes Wissen erworben, wie sich die Exposition während der Arbeitszeit ermitteln lässt. Zu einem ganzheitlichen Präventionsansatz gehört aber auch die Freizeitexposition und die gilt es nun zu bestimmen.


UV-Strahlung das aktuelle Thema

In den vergangenen Jahren hat das Thema UV-Strahlung nicht nur in der Berufswelt, sondern auch im privaten Bereich an Aufmerksamkeit gewonnen. Sei es Kleidung mit UV-Schutz, sei es die Diskussion über Vitamin-D-Präparate oder Pflegeprodukte mit Sonnenschutzfaktor, überall begegnen wir diesem Thema. Der Schutz von Säuglingen und Kleinkindern vor Gefährdungen durch UV-Strahlung ist mittlerweile auch Inhalt der Vorsorgeuntersuchung U5.


Glücklicherweise hat sich der Mythos aus unserer Kindheit, dass der erste Sonnenbrand des Jahres sein muss, um die Haut abzuhärten, mittlerweile als falsch herausgestellt und ist aus den meisten Köpfen verschwunden. Dennoch nehmen es sehr viele sehr leicht mit den Gefahren der UV-Strahlung der Sonne und achten kaum auf Schutz: kurze Kleidung oder freier Oberkörper, und das auch zur Mittagszeit in praller Sonne. Was die Haut in jungen Jahren scheinbar toleriert, wird zum Pferdefuß in späteren Lebensphasen: Die Haut kann die anfallenden Schäden nicht mehr ausreichend reparieren oder verhindern Hautkrebs ist die Folge. Das IFA hat in Zusammenarbeit mit den Berufsgenossenschaften und Unfallkassen in den vergangenen fünf Jahren große Anstrengungen unternommen, um umfangreiche Datenmengen für die UV-Exposition in den verschiedensten Berufen zu ermitteln: die Geburtsstunde von GENESIS-UV.[1] Die Ergebnisse der Studien belegen den dringenden Handlungsbedarf in der Prävention.


Neben technischen, organisatorischen oder persönlichen Schutzmaßnahmen, bei denen die Entwicklung stetig voranschreitet, müssen sich aber ganz besonders unser Verhalten und Bewusstsein verändern. Eine Kultur der Prävention muss Einzug halten.


Beruflich oder privat exponiert ist der Haut egal

Bewegen wir uns am Tag im Freien, dann sind wir solarer UV-Strahlung ausgesetzt, selbst wenn der Himmel dicht bewölkt ist. Es ändert sich nur die Bestrahlung, die Dosis. Aus rein physikalischer Sicht handelt es sich um Photonen, kleine Licht-Energiepäckchen. Wenn sie auf die Haut treffen, kann es zu Schädigungen kommen dabei ist es der Haut völ lig egal, ob das während der Freizeit oder der Arbeitszeit geschieht.


UV-Strahlungsexposition kann beispielsweise zu einem akuten Sonnenbrand, chronischer Hautalterung oder auch langfristig zu Hautkrebs führen. Die Gefährdung ist oft nicht direkt erkennbar, da UV-Strahlung als solche nicht spürbar ist spürbar sind nur die Folgen.


Womit verbringen wir unsere Zeit?

Das Statistische Bundesamt erhebt, sammelt und analysiert statistische Informationen zu Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt.[2] Die gesammelten Informationen stehen der Bevölkerung zur Verfügung. Mithilfe eines Mikrozensus, das heißt einer repräsentativen, nach Zufallskriterien ausgewählten Menge von Haushalten, werden Informationen über die wirtschaftliche und soziale Lage der Bevölkerung erhoben. Dazu gehört auch eine Zeitverwendungserhebung,[3] mit der Aktivitäten in Stunden und Minuten für ausgewählte Personengruppen ermittelt werden.


Auf Basis der Zeitverwendungserhebung ist es möglich, bis auf die Ebene einzelner Freizeitaktivitäten hinunter Angaben zum Verhalten verschiedener Bevölkerungsgruppen zu machen. Die  Zeitverwendung ist dabei in acht Kategorien unterteilt, die beispielsweise den Persönlichen Bereich, physiologische Regeneration, Erwerbstätigkeit, Haushaltsführung und Betreuung der Familie oder Sport, Hobbys, Spiele umfassen. Jede Kategorie ist wiederum in Unterkategorien unterteilt. Sport, Hobbys, Spiele teilt sich unter anderem auf in Sport, körperliche Betätigung oder aber auch Bildende, darstellende und literarische Kunst, Musizieren. Geht man nun noch eine Ebene tiefer auf die Freizeitaktivitäten selbst, dann schlüsselt sich Sport, körperliche Betätigung auf in Spazierengehen oder aber auch Ballspiele und einiges mehr.


Zu jeder der im vorangegangenen Abschnitt genannten Beispiele findet man Zeitangaben, wie lange die Aktivität ausgeführt wird einmal für die Personengruppe, welche die Aktivität ausführt, und einmal hochgerechnet auf die gesamte Bevölkerung. Beispiel: Mit Ballspielen befassen sich die, die das tun, etwa 1:22 Stunden täglich. Es sind aber nur 2,2 Prozent der Bevölkerung, die eine solche Aktivität ausführen. Hochgerechnet auf die gesamte Bevölkerung bedeutet dies also, dass 0:02 Stunden täglich mit Ballspielen verbracht werden.


Wir suchen Freiwillige

Sowohl für den ganzheitlichen Präventionsansatz als auch für besseres Wissen im Berufskrankheitenverfahren haben wir ein Projekt gestartet, um die Exposition in der Freizeit zu messen. Dazu suchen wir Freiwillige, die bereit sind, während bestimmter Freizeitaktivitäten für einen kurzen Zeitraum ein Dosimeter zu tragen. Egal ob beim Einkaufen, Fahrradfahren oder Spazierengehen, beim Ausflug, Urlaub oder Freizeitparkbesuch, jede Messung ist von Bedeutung!

Wir haben eine Informations- und Anmeldeseite eingerichtet, auf der sich Interessierte melden können, um an dem Projekt teilzunehmen. Über allem steht das Versprechen, dass die Messdaten ausschließlich anonymisiert verwendet werden und die erhobenen persönlichen Daten, zum Beispiel die Anschrift, ausschließlich zur Durchführung des Projekts verwendet werden. Nachdem eine Testperson die Teilnahme beendet hat, werden die Adressdaten gelöscht. Alle Erfordernisse entsprechend der neuen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) werden eingehalten.


Werden Sie Multiplikator oder Multiplikatorin

Werben Sie in Ihrem Umfeld für die Teilnahme an dieser Studie! Freiwillige erhalten nach erfolgreicher Teilnahme ein kleines Dankeschön. Vielleicht überzeugt aber auch der Nutzen des Projekts: So soll es dazu beitragen, unser Verständnis über die Gefährdung durch UV-Strahlung der Sonne zu verbessern, unser Schutzverhalten zu optimieren und letztendlich das sicherstellen, was wir alle wollen: gesund alt werden! 


Die Informationsseite rund um GENESIS-UV ist zu erreichen per Link über: www.dguv.de/genesis
Von dort geht es weiter auf den Registrierungsbogen, der aber auch direkt über die Adresse http://genesismeldebogen.ifa.dguv.de

Fußnoten

pdf?__blob=publicationFile[1] www.dguv.de/genesis[2] www.destatis.de[3] pdf?__blob=publicationFile  « zurück zur Übersicht