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Arbeitszeit sicher gestalten
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Arbeitszeit

„Samstags gehört Vati mir“


Wie hat sich die Arbeitszeit in den letzten 25 Jahren entwickelt? Wie wirkt sich Arbeit 4.0 auf die Gestaltung von Arbeitszeit aus?


Von Dr. Olaf Hagemeyer


Die Arbeitszeit ist einer der bestimmenden Faktoren in unserem Leben. Ebenso wie sich unsere Gesellschaft ständig entwickelt, unterliegt auch die Arbeitszeit einem kontinuierlichen Wandel. Im folgenden Beitrag werden kursorisch die Veränderungen der Arbeitszeit in den vergangenen 25 Jahren aufgezeigt und aus den Trends mögliche Überlegungen an die Entwicklung der Arbeitszeit unter dem Aspekt von Arbeit 4.0 aufgezeigt.

Zahlen, Daten, Fakten

Arbeit kann unter anderem durch Arbeitsinhalt und Arbeitszeit beschrieben werden. Auf den ersten Blick hat sich die Arbeitszeit in den vergangenen 25 Jahren nicht verändert: Sowohl 1991 als auch 2016 wurden in Deutschland etwa 60 Millionen Arbeitsstunden geleistet. Aber schon weitere Zahlen deuten auf Veränderungen der Arbeitszeit hin:


1991 waren knapp 39 Millionen Menschen erwerbstätig, im Jahr 2016 mehr als 43 Millionen. Die Gesamtzahl der geleisteten Arbeitsstunden blieb in diesem Zeitraum mit knapp 60 Millionen unverändert. Hieraus ergibt sich, dass die durchschnittliche Zahl der Arbeitsstunden pro Jahr, die von Erwerbstätigen individuell geleistet wurde, abnahm: 1991 betrug sie 1.552 Stunden und 2016 etwa 1.360.


Diese Zahlen scheinen im Grunde erfreulich zu sein: Sie belegen, dass in den vergangenen 25 Jahren mehr Menschen   erwerbstätig geworden sind und diese im Durchschnitt weniger Stunden pro Jahr arbeiteten. Dies ist unter anderem auf die tarifliche Senkung der Arbeitszeit zurückzuführen. Weitere Daten führen aber zu einem differenzierteren Bild:

Ausgehend von 100 im Jahr 1991 ist die Produktivität je Erwerbstätigenstunde      auf 148 im Jahr 2016 gestiegen.

1991 betrug die Erwerbstätigenquote von Männern etwa 78 Prozent und die von Frauen 57 Prozent, 2016 war sie bei Männern auf etwa 82 Prozent und bei Frauen deutlich auf etwa 75 Prozent gestiegen.

Zugenommen hat dabei der Anteil der Teilzeitarbeit: 1991 arbeiteten 2 Prozent der Männer und 30 Prozent der   Frauen in Teilzeit, 2016 waren es knapp 11 Prozent der Männer und mit 46 Prozent fast die Hälfte aller erwerbstätigen Frauen.

Das mittlere Alter bei Eintritt in die Rente ist geschlechtsunabhängig von etwa 60 Jahren auf knapp 62 Jahre gestiegen.

 

Diese Zahlen deuten darauf hin, dass der oben beschriebene Zusammenhang mehr Menschen arbeiten pro Jahr weniger lang nicht nur mit einer längeren Lebensarbeitszeit, mit mehr Teilzeitarbeit und einer gesteigerten Produktivität einhergeht. Eine Produktivitätssteigerung kann viele Ursachen haben, an dieser Stelle soll nur der Hinweis auf eine denkbare Arbeitsverdichtung gegeben werden: Arbeiten mehr Menschen weniger lang, dafür intensiver? Diese Frage können die Daten nicht beantworten. Deutlich wird aber, dass Arbeit ungleich verteilt ist: Der Anteil erwerbstätiger Frauen ist deutlich gestiegen und inzwischen annähernd so hoch wie der von Männern, aber fast die Hälfte der Frauen geht keiner vollschichtigen Tätigkeit nach (Gender Time Gap). Unklar bleibt, ob es sich bei Teilzeitbeschäftigten um geringfügig Beschäftigte oder regulär Teilzeitbeschäftigte handelt.

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Arbeitsbedingte Erreichbarkeit

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Foto: NicoElNino/fotolia.com
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In der arbeitsfreien Zeit beruflich erreichbar zu sein stellt eine bedeutsame Belastung dar, wenn sie nicht klar geregelt und eingeschränkt ist. Der Anteil derer, die das betrifft, ist aber nicht so groß, wie manche Beiträge vermuten lassen. Eine differenzierte Betrachtung ist daher wünschenswert.


Von Dr. Marlen Cosmar, Prof. Dr. Dirk Windemuth, Prof. Dr. Frauke Jahn

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