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Sichere und gesundheitsgerechte Produkte

Das Zusammenwirken der Prüfung, Zertifizierung und Normung


Im Regelkreis zugunsten sicherer und gesundheitsgerechter Produkte nimmt das Zusammenspiel von Prüfung und Zertifizierung mit der Normung eine bedeutende Rolle ein. Gleichzeitig wird der internationale Austausch zu diesen Themen immer wichtiger. 


Von

Cathrin Nimmesgern

Eng verwoben mit der Prüf- und Zertifizierungstätigkeit ist bei den Unfallversicherungsträgern die Mitarbeit in der Normung. Denn bei der Prüfung und Zertifizierung werden nicht nur Mangel an Produkten, sondern auch Lücken und Schwachstellen von Normen aufgedeckt. Das fundierte branchenbezogene Wissen über den Gebrauch der Produkte und die Arbeitsweise in den Mitgliedsbetrieben über die Aufsichtsdiensttätigkeit ist hierbei sehr hilfreich. Diese Erkenntnisse werden umgehend wieder in die Normung und Prüfung zurückgespeist. Im Ergebnis wird hierdurch ein Regelkreis zugunsten sicherer und gesundheitsgerechter Produkte zwischen Normung, Prüf- und Zertifizierungsstellen, Herstellern und Betrieben erzeugt (Abbildung 1). In diesen ist auch die Forschung involviert. Während die Prüfung vorwiegend nach bestehenden Normen erfolgt, ist bei innovativen Produkten, zum Beispiel im Bereich der Digitalisierung, diese Grundlage meistens noch  nicht vorhanden. Zur Definition von Anforderungen, die einen sicheren Einsatz der Produkte gewährleisten, ist in diesen Fällen häufig die Forschung vorgeschaltet. Liegt keine entsprechende Norm als Grundlage für die Prüfung und Zertifizierung vor, erarbeitet die Prüf- und Zertifizierungsstelle Prüfgrundsätze. Nicht zuletzt gehen diese vielfach in die anschließende Produktnormung ein.

Der zunehmende Wunsch der Unternehmen nach internationaler Normung, um den weltweiten Absatz von Produkten zu vereinfachen, erfordert einen entsprechend internationalen Austausch der Prüf- und Zertizierungsstellen.


EUROSHNET europäischer  Austausch der Arbeitsschutzkreise

Unter anderem gewährleistet diesen Austausch das länderübergreifende Arbeitsschutznetzwerk EUROSHNET (EURopean Occupational Safety and Health NET-work). Es bildet eine Plattform zum europäischen Austausch der Arbeitsschutzorganisationen im Bereich der Normung, Prüfung und Zertizierung. Es fördert die Diskussion gemeinsam interessierender Fragen und verbreitet arbeitsschutzrelevante Informationen.

Um den persönlichen Austausch der Arbeitsschutzkreise in Europa zu fördern, organisiert EUROSHNET alle drei bis vier Jahre europäische Konferenzen. Die nächste ndet unter dem Titel Be smart, stay safe together innovative products and workplaces vom 12. bis 14. Juni 2019 in Dresden statt. Sie widmet sich der Frage, wie wir auf die veränderten Herausforderungen reagieren können, die sich durch neue Technologie und die zunehmende Digitalisierung in der Arbeitswelt ergeben. Wie können Produkte und Arbeitsplätze fit für die Zukunft werden?

Hier treen sich nicht nur Fachleute der Unfallversicherungsträger, sondern sämtliche Akteure und Akteurinnen im Arbeitsschutz: Hersteller sowie Anwender und Anwenderinnen von Arbeitsmitteln, Prüf- und Zertifizierungsstellen, Normungsinstitutionen, die Sozialpartner, Vertreter und Vertreterinnen der Europäischen Kommission und von nationalen Behörden. Informationen über die Konferenz sind unter www.euroshnet.eu einsehbar.

EUROSHNET ist ein gemeinsames Projekt der KAN und der Arbeitsschutzinstitutionen DGUV (Deutschland), CIOP-PIB (Polen), EUROGIP (Frankreich), FIOH (Finnland), INRS (Frankreich) und INSST (Spanien).

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Interview mit Prof. Dr. Breuer

| Bild: Interview mit Prof. Dr. Breuer
Foto: Becker/DGUV
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Prof. Dr. Joachim Breuer ist seit 2002 Hauptgeschäftsführer der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV). Zum 1. Juli 2019 wird er dieses Amt aufgeben. Sein Engagement für den Sozialschutz führt er aber fort: als Professor an der Universität Lübeck und als Präsident der IVSS. Ein Gespräch.


 

Das Interview führte Stefan Boltz, DGUV



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