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Muster des Fragebogens zur Versichertenbefragung
Muster des Fragebogens zur Versichertenbefragung

Ergebnisse einer Versichertenbefragung

Wie hoch ist die Zufriedenheit mit dem Rehabilitationsmanagementprozess?


Bei Arbeitsunfällen mit komplexen Rehabilitationsbedarfen steht den Versicherten in der Unfallversicherung ein Reha-Manager oder eine Reha-Managerin zur Seite. Diese  kümmern sich um einen zügigen und möglichst nahtlosen Rehabilitationsablauf. Das hat sich aus Sicht der Unfallversicherungsträger sehr bewährt. Aber wie sehen dies die Versicherten selbst und wie zufrieden sind sie mit dem Reha-Prozess?


Von

Doris Habekost

Ergebnisse einer Versichertenbefragung

Um das zu erfassen, erhielten alle Versicherten, deren Reha-Management zwischen August 2015 und Juli 2017 endete, einen Fragebogen. Der Fragebogen wurde vom Institut für Arbeit- und Gesundheit der DGUV (IAG) unter Leitung von Dr. Nicola Schmidt in Zusammenarbeit mit der DGUV und den Unfallversicherungsträgern, auch unter Einbeziehung von Rehabilitanden und Rehabilitandinnen in Form von Pre-Testungen, erarbeitet. Er besteht aus 32 Fragen und deckt die Themenkomplexe „Zusammenarbeit mit dem Reha-Manager“, „Planung der Rehabilitation“, „Ablauf der Rehabilitation“, „Zielerreichung“, „Gesamtzufriedenheit“ und Angaben zur Person selbst (Alter, Geschlecht, Beruf) ab. 


30.000 Fragebögen wurden versandt

Von den knapp 30.000 versandten Fragebögen kamen im Bereich der erwachsenen Versicherten rund 9.900 Bögen (rund 34 Prozent) ausgefüllt zurück. Etwa 46 Prozent der Rückantwortenden waren Arbeiterinnen und Arbeiter, 42 Prozent Angestellte. Zwei Drittel waren älter als 40 Jahre, mehr als die Hälfte sogar älter als 51 Jahre. Arbeitsunfähigkeit bestand bei gut 30 Prozent zwischen sechs und zwölf Monaten und bei mehr als 27 Prozent länger als ein Jahr. Dies bestätigt, dass es sich um komplexe Krankheitsverläufe handelte. Das Antwortverhalten von Männern (knapp 67 Prozent) und Frauen (rund 33 Prozent) wich in den Ergebnissen übrigens kaum voneinander ab. 

Im Bereich der Kinder und Jugendlichen betrug die Rücklaufquote bei 500 versandten Fragebögen 22 Prozent.  Hier gaben die befragten Eltern oder Erziehungsberechtigten das Alter des Kindes in 39 Prozent der Fälle mit über 14 Jahren, 32 Prozent gaben zwischen 11 und 14 Jahren an. Aber auch viele jüngere Kinder waren dabei. Knapp 85 Prozent der Kinder und Jugendlichen waren Schüler und Schülerinnen an einer allgemeinbildenden Schule.  Ein Indikator für die Schwere der Erkrankung ist die Dauer der Schulsportbefreiung, diese lag bei fast 70 Prozent über zwölf Wochen. 


Zufriedenheitsergebnisse

In Bezug auf die Gesamtzufriedenheit im Bereich der befragten erwachsenen Versicherten ergab sich beim Fragenkomplex „Zusammenarbeit mit dem Reha-Manager/der Reha-Managerin“ ein mittelstarker Zusammenhang und bei den Fragenkomplexen „Planung der Rehabilitation“ und „Ablauf der Rehabilitation“ sogar ein starker Zusammenhang. Waren die Befragten also mit diesen Bereichen zufrieden, waren sie auch häufiger mit dem Reha-Prozess insgesamt zufrieden. Bei allen Einzelfragen ergaben sich schwache bis starke Zusammenhänge zur Gesamtzufriedenheit und Zielerreichung. Die meisten Einzelfragen wurden von 80 Prozent der Antwortenden positiv bewertet. Bei den Zielerreichungsfragen, bei der Frage nach dem persönlichen Kennen des Reha-Managers oder der Reha-Managerin und der Frage nach der Erstellung eines Reha-Plans war die Quote der Positivantworten niedriger.   

Aufgrund der geringen Fallzahl bei den Kindern und Jugendlichen sind die Einzelergebnisse vorsichtiger zu bewerten, Sonderauswertungen von Zusammenhängen einzelner Fragen (= Korrelationen) zur Zielerreichung und Gesamtzufriedenheit konnten hier nicht erfolgen.  Aber auch hier wurden die Einzelfragen überwiegend positiv beantwortet, so zum  Beispiel bei der Zusammenarbeit mit der Reha-Managerin  oder dem Reha-Manager oder bei der Planung der Rehabilitation. Mehr als 80 Prozent der befragten Eltern oder Erziehungsberechtigten gaben an, dass die Ziele erreicht wurden. 

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Interview mit Dr. Höller und Dr. Hussy

| Bild: Interview mit Dr. Edlyn Höller und Dr. Stefan Hussy
Foto: Jan Roehl/DGUV
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Digitalisierung, Rehabilitation, Bildung ein Gespräch mit Dr. Stefan Hussy, neuer Hauptgeschäftsführer der DGUV, und Dr. Edlyn Höller, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin, über anstehende Aufgaben.


Das Interview führten Kathrin Baltscheit und Elke Biesel, DGUV



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