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Die Selbstverwaltung in der Unfallversicherung

Deutsche Geschichte, europäische Zukunft

Doch kann dieses Ziel einer „Selbstverwaltung 2.0“ nur erreicht werden, wenn die Hauptbeteiligten sich nicht selbst ständig hinterfragen. Es kann nicht erreicht werden, wenn es schon Probleme bereitet, genug Menschen für die Mitarbeit in der Selbstverwaltung zu begeistern.


Vielleicht ist das also der erste Schritt in die richtige Richtung. Es braucht neue junge Leute, die sich mit Überzeugung und Engagement der Sache widmen. Junge Leute, die gemeinsam mit den bereits agierenden engagierten Selbstverwalterinnen und Selbstverwaltern eine starke Selbstverwaltung bilden, die den Kritikerinnen und Kritikern starke Argumente entgegenzusetzen hat. Eine Selbstverwaltung, die wieder an ihrem Grundgedanken anknüpft, an ihrem Wesen: der Übernahme der Verantwortung für sich selbst. Von den Beteiligten erfordert dies Arbeit. Doch sollten wir nicht vergessen, dass sich die Mühe für dieses einmalige Modell lohnt, damit am Ende die Selbstverwaltung eben nicht nur „wesenslose Dekoration“, sondern tatsächlich gelebte Demokratie ist.


Fußnoten


[1] Der Beitrag basiert auf einem Vortrag, den Herr Prof. Dr. Breuer anlässlich des Symposiums „Die Selbstverwaltung im Wandel der Zeit“ gehalten hat.

[2] André Malraux 1901–1976, französischer Schriftsteller, Dichter und Politiker

[3] Zimmermann, A.: Die Selbstverwaltung in der Sozialversicherung, in: Gewerkschaftliche Monatshefte 1962, S. 290 f.

[4] Wattendorf, F. (1999): Qualifizierung der Selbstverwaltung der gesetzlichen Unfallversicherung zur Erfüllung des Präventionsauftrages, asgard Verlag Sankt Augustin

[5] 1833 wurden in England die ersten Factory Acts, sog. Fabrikgesetze, zum Schutz der Arbeitnehmer am Arbeitsplatz eingeführt. In den darauffolgenden Jahren folgten auch andere Länder dem englischen Modell, unter anderem Deutschland mit der Einführung der ersten Regulative zum Schutz von Kindern und Jugendlichen in Zusammenhang mit der Einführung des ersten preußischen Eisenbahngesetzes 1838.

[6] Wattendorf, F. a. a. O., S. 25

[7] Wattendorf, F. a. a. O.

[8] Klenk, T.: Selbstverwaltung – ein Kernelement demokratischer Sozialstaatlichkeit?, in: ZSR 52 (2006), Heft 2, S. 273 –291

[9] Klenk, T. a. a. O.

[10] Marshall, T. H. (1992): Bürgerrechte und soziale Klassen, Campus-Verlag, S. 42 ff.

[11] Wattendorf, F. a. a., O. S. 31

[12] Rassow, P. (Begr.); Born, K. E. et al. (2001): Quellensammlung zu Geschichte der Deutschen Sozialpolitik 1867 bis 1914 – Band 2: Die Ausdehnungsgesetzgebung und die Praxis der Unfallversicherung, S. 777

[13] Rassow, P. (Begr.); Born, K. E. et al. aaO., S. 827

[14] Rassow, P. (Begr.); Born, K. E. et al. aaO., aaO. S. 722

[15] Rassow, P. (Begr.); Born, K. E. et al. aaO., aaO. S. 822

[16] Boyer, J. (1995): Unfallversicherung und Unternehmer im Bergbau – Die Knappschaftsberufsgenossenschaft 1885–1945, Verlag C. H. Beck München, S. 48

[17] Klenk, T., a. a. O.

[18] Klenk, T., a. a. O.

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Interview mit Dr. Annette Niederfranke

| Bild: Interview mit Dr. Annette Niederfranke , Direktorin der ILO in Deutschland
Foto: Bundespresseamt
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Zu ihrem 100. Geburtstag hat die Internationale Arbeitsorganisation ILO den Bericht „Für eine bessere Zukunft arbeiten“ vorgelegt. Wie können menschenwürdige Arbeitsbedingungen, soziale Sicherheit und Unfallversicherungsschutz künftig gewährleistet werden? Ein Gespräch mit Dr. Annette Niederfranke, Direktorin der ILO in Deutschland.


 

Das Interview führte Elke Biesel, DGUV



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