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Ergebnisse eines Benchmarking-Projekts

„Qualifizierung lohnt sich!“

Um während der Projektlaufzeit sicherzustellen, dass die Ergebnisse auch in der Praxis relevant und umsetzbar sind, hat das Projektteam darüber hinaus einen Expertenworkshop initiiert. In den Räumlichkeiten des Instituts für Arbeit und Gesundheit der DGUV (IAG) in Dresden kamen fast 60 Expertinnen und Experten aus verschiedenen Bereichen der Qualifizierung zusammen, um die Ergebnisse einem „Realitätscheck“ zu unterziehen. An verschiedenen Marktständen wurden die Themen von den Projektmitgliedern vorgestellt und gemeinsam diskutiert. Die Rückmeldungen wurden gesammelt und für die Weiterentwicklung der Ergebnisse genutzt.


Wirksamkeit von Qualifizierungsangeboten

Die Qualität im Sinne von Wirksamkeit von Qualifizierungsangeboten zu messen und zu vergleichen, stellt auch im Rahmen dieses Projekts eine wesentliche Herausforderung dar. Zu diesem Zweck haben die Träger für den Zeitraum von sechs Monaten für ausgewählte Qualifizierungsmaßnahmen einen einheitlichen Evaluationsbogen genutzt. So wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer direkt nach der Beteiligung befragt und ein zweites Mal nach drei Monaten, um ihnen die Möglichkeit zu geben, das Seminar beziehungsweise Online-Angebot sowie ihren Lernerfolg zu bewerten. Die Befragung umfasste über die reine Zufriedenheit der Teilnehmenden (sowohl zu Inhalten und Lernerfolg als auch zu Interaktion) hinaus den Kompetenzerwerb und die Veränderung im Betrieb. Mit der Zweitbefragung drei Monate später sollte die Nachhaltigkeit in Form von  Umsetzung des Gelernten im Betrieb abgefragt werden.


Insgesamt 11.000 Menschen haben an dieser Befragung tei lgenommen. Die Ergebnisse sind eindeutig: Mit der Zweitbefragung konnte ein hoher Grad der Nachhaltigkeit und der tatsächlichen Umsetzung des Gelernten nachgewiesen werden. Die Qualität der Qualifizierungsangebote und die Zufriedenheit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind überdurchschnittlich hoch. Dieses Ergebnis zeigt sich sowohl bei den klassischen Präsenzseminaren als auch im Bereich der Online-Qualifizierung.


Was macht Qualifizierung erfolgreich?

Bei dem Vergleich der Befragungsergebnisse hat sich gezeigt, dass es sich lohnt, in die Qualifizierung Zeit und Aufwand zu investieren. Es wurde nachgewiesen, dass längere Qualifizierungen die Wirksamkeit steigern, beispielsweise durch das Schaffen von Bewusstsein und Handlungskompetenz sowie den Anstoß von Veränderungen im Betrieb. Ebenso konnte der positive Einfluss von Teamteaching durch zwei oder mehrere Lernbegleitende auf die Wirksamkeit der Qualifizierung nachgewiesen werden.


Auch zur erfolgreichen und effizienten Entwicklung von Qualifizierungsangeboten konnten im Benchmarking zahlreiche Aussagen getroffen werden. So empfiehlt das Benchmarking beispielsweise die Entwicklung in interdisziplinären Teams, um gleichermaßen die fachliche und methodische Expertise zu gewährleisten oder agile Methoden für geeignete Angebote.


Der überwiegende Teil der Qualifizierungsangebote der beteiligten Unfallversicherungsträger besteht aktuell noch aus klassischen Präsenzseminaren. Diese werden auch weiterhin einen wichtigen Platz in der Qualifizierungslandschaft einnehmen, die Bandbreite der Wege in der Qualifizierung ist jedoch größer geworden. Digitale Innovationen und eine ständig wachsende Anzahl „neuer“ Qualifizierungsformate wirken sich auf Lerngewohnheiten aus und eröffnen weitere Potenziale, um versicherte Personen zu erreichen. Eine Flexibilität bei Formaten und Orten könnte das Erreichen neuer Zielgruppen fördern, für die die Präsenzseminare weniger geeignet oder attraktiv sind. Es ist Mut zu Neuem gefragt! Gerade um neue Wege auszuprobieren, wird zunehmend auf Kooperationen ebenso wie auf eine trägerinterne und trägerübergreifende Auswertung von Erfahrungen gesetzt.

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SLIC-Abschlussbericht 2018

| Bild: SLIC-Abschlussbericht
Foto: Arbeitsministerium von Singapur
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Ergebnisse der Evaluation der Arbeitsschutzaufsicht der Länder durch das Senior Labour Inspectors Committee (SLIC) mit Verbindungslinien zur Aufsicht der gesetzlichen Unfallversicherung.


 

Von Dr. Heinz Schmid und Dr. Jochen Appt



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