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Arbeitszeit

„Samstags gehört Vati mir“

Verändert hat sich auch die Verteilung der Arbeitszeit über den Tag (atypische Arbeitszeiten). So haben Wochenend-, Schicht- und / oder Nachtarbeit zwischen 1991 und 2016 von 42 Prozent auf 57 Prozent zugenommen.


Dass die Arbeitszeiten zunehmend flexibler werden, bestätigen auch aktuelle Zahlen der Bundesregierung. Demnach ist die Zahl der Beschäftigten mit Arbeitszeitkonten von 13,7 Millionen im Jahr 2006 auf 20,8 Millionen im Jahr 2016 gestiegen. Insgesamt ist Arbeitszeit heute also flexibler und individueller gestaltbar als vor 25 Jahren, wobei sich hinter dem Begriff natürlich eine Reihe unterschiedlicher Modelle fassen lassen: Gleitzeit, Homeoffice, bezahlte und unbezahlte Überstunden oder Arbeitszeitkonten. Die Ursachen des Wandels der Arbeitszeit sind vielfältig. Unter anderem kommen tarifliche Änderungen, Erhöhung des Rentenalters, der internationale Wettbewerb und die Aufrechterhaltung von Dienstleitungen „rund um die Uhr“ zum Tragen.


Arbeit 4.0

Der Begriff „Arbeit 4.0“ beschreibt die Veränderungen der Arbeitswelt durch die Digitalisierung. Sie ist gekennzeichnet durch neue Arbeitsformen und -verhältnisse, technologische Entwicklungen der Industrie 4.0 sowie eine zunehmende Vernetzung. Diese weitreichenden Veränderungen bergen Chancen und Risiken für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Auch die dargelegte Flexibilisierung der Arbeitszeit hat als eine von mehreren Ursachen die seit Jahren fortschreitende Digitalisierung.


Obwohl die Digitalisierung auch zukünftig voranschreitet, wird es weiterhin auch klassische Arbeitsbereiche geben, in denen eine vollschichtige Tätigkeit tagsüber ausgeübt werden wird (einschichtige Normalarbeitszeit). Als Beispiel seien Tätigkeiten genannt, die bei Tageslicht ausgeführt werden zum Beispiel im Erziehungs- und Bildungssektor. In Bereichen wie zum Beispiel der Pflege, bei Sicherungsdiensten, in der Gastronomie und im Nachrichtenwesen sind hingegen atypische Arbeitszeiten schon jetzt üblich. Da diese Branchen auch in Zukunft weiter wachsen werden, ist mit einer Zunahme atypischer Arbeitszeiten zu rechnen.


Routinearbeit wird zukünftig zunehmend von Robotern erledigt. Bei nicht routinemäßig erfolgenden Arbeitsabläufen findet die Digitalisierung auf digitalen Arbeitsplattformen statt, die flexibles Arbeiten ermöglichen.


Insgesamt führt der Strukturwandel der Wirtschaft in Verbindung mit zunehmender Digitalisierung vermehrt zu veränderten Arbeitsbedingungen und Arbeitszeiten. Einfachere Erreichbarkeit, das Angebot vieler Dienstleistungen rund um die Uhr, Arbeit auf Abruf, personalisierte Dienstleistungen, Teleheimarbeit und eine erhöhte Effizienz sind die Folgen. Arbeitskosten können hierdurch teilweise reduziert und Arbeitszeit sowie Arbeitsort zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer individuell auf persönliche Arbeits- und Lebensinteressen abgestimmt werden. Jedoch ist auf die klare Trennung zwischen Arbeitszeit und Freizeit zu achten. 

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Arbeitsbedingte Erreichbarkeit

| Bild: Einweiserumfrage
Foto: NicoElNino/fotolia.com
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In der arbeitsfreien Zeit beruflich erreichbar zu sein stellt eine bedeutsame Belastung dar, wenn sie nicht klar geregelt und eingeschränkt ist. Der Anteil derer, die das betrifft, ist aber nicht so groß, wie manche Beiträge vermuten lassen. Eine differenzierte Betrachtung ist daher wünschenswert.


Von Dr. Marlen Cosmar, Prof. Dr. Dirk Windemuth, Prof. Dr. Frauke Jahn

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