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Individualprävention
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Individualprävention

Ein wichtiger Teil des Präventionauftrags der gesetzlichen Unfallversicherung


Maßnahmen zur Stärkung der Individualprävention tragen zu sicheren und gesunden Betrieben und Bildungseinrichtungen bei. Ein Überblick über Begriffe und Inhalte.


Von

Prof. Dr. Stephan Brandenburg, Jasmin Auf dem Berge, 

Steffen Krohn und Michael Woltjen

Ein wichtiger Teil des Präventionsauftrags der gesetzlichen Unfallversicherung

Relevanz

Mit dem „Weißbuch“ (Berufskrankheitenrecht 2016 – Probleme – Herausforderungen – Lösungen) haben Selbstverwaltung und Verwaltung der DGUV Lösungen zur Weiterentwicklung des Berufskrankheitenrechts (BK-Recht) aufgezeigt und an die Politik weitergegeben. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat die Vorschläge der DGUV zum BK-Recht aufgegriffen und unter anderem auf dieser Basis die „Eckpunkte zur Fortentwicklung des Berufskrankheitenrechts“ erarbeitet. Ein zentrales Element dabei ist die Stärkung der Individualprävention.


Derzeit enthalten neun von 80 Berufskrankheiten die Formulierung „[…] die zur Unterlassung aller Tätigkeiten gezwungen haben, die für die Entstehung, die Verschlimmerung oder das Wiederaufleben der Krankheit ursächlich waren oder sein können“. Auf diese neun Berufskrankheiten beziehen sich rund 50 Prozent aller Verdachtsanzeigen.


Mit dem Unterlassungszwang werden mehrere Ziele verfolgt, insbesondere aber hat er eine Schutzfunktion für Versicherte: In den meisten Fällen ist der Unterlassungszwang bei Erkrankungen vorgesehen, bei denen sich der akute Gesundheitszustand noch direkt durch ein Meiden der schädigenden Einwirkung beeinflussen lässt, sodass ein Unterlassen der gefährdenden Tätigkeit die versicherten Personen vor einer weiteren Verschlimmerung ihrer Erkrankung schützen kann. Trotz dieses sinnvollen Ziels gibt es aber gewichtige Gründe, die letztlich dazu geführt haben, dass sich die DGUV für einen Wegfall des Unterlassungszwangs als gesetzliche Voraussetzung für die Anerkennung einer Berufskrankheit ausgesprochen hat. Damit die präventiven Wirkungen erhalten bleiben, sieht der Vorschlag der DGUV vor, die (Individual-)Prävention weiter zu stärken. So soll die Teilnahme an angebotenen geeigneten Maßnahmen der Individualprävention und die dauerhafte Nutzung betrieblicher Präventionsangebote als neue Mitwirkungspflicht in das Gesetz aufgenommen werden, um einer weiteren Verschlimmerung von anerkannten Berufskrankheiten entgegenzuwirken. Im Folgenden werden deshalb die Begriffe der Prävention nach dem Verständnis der gesetzlichen Unfallversicherung näher erläutert und eingeordnet.


Begriffe in der Prävention

Der Begriff „Prävention“ wird häufig verwendet und ist im allgemeinen Sprachgebrauch in den verschiedensten Kombinationen fest verankert. Zum Teil ist die Bedeutung selbsterklärend, zum Beispiel bei Drogen- oder Gewaltprävention. Weder im arbeitsmedizinischen noch im sozialversicherungsrechtlichen Zusammenhang existiert jedoch ein zentraler, einheitlicher Präventionsbegriff. Es finden sich hier vielmehr Begriffe wie Verhaltens- und Verhältnisprävention, Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention sowie Individual- und Generalprävention. Diese Bezeichnungen sind weder selbsterklärend noch werden sie immer einheitlich verwendet. Je nach Fachrichtung ergeben sich unterschiedliche Ansätze.

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UV-Strahlung in der Freizeit

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Die UV-Strahlung der Sonne kann Hautkrebs verursachen, wenn der Körper nicht geschützt wird. Deshalb sollten besonders Menschen, die beruflich viel im Freien arbeiten, auch privat ihre Haut vor UV-Strahlung schützen.


Von Dr. Marc Wittlich



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