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Behindertensport in der gesetzlichen Unfallversicherung
Foto: Christian Schulz/fotolia.com

Überarbeitung der DGUV Vorschrift 2

Die Zukunft der sicherheitstechnischen und betriebsärztlichen Betreuung


Die DGUV Vorschrift 2 konkretisiert die Anforderungen des Arbeitssicherheitsgesetzes und regelt im Detail die sicherheitstechnische und betriebsärztliche Betreuung der Betriebe. Sie trat in ihrer jetzigen Fassung bei den meisten Berufsgenossenschaften und Unfallkassen 2011 in Kraft. Nach ihrer Evaluation im Jahr 2017 wird sie aktuell mit dem Ziel überarbeitet, sie anwenderfreundlicher und zukunftsfähiger zu machen.


Von Dr. Torsten Kunz und Dr. Stefan Dreller

Hintergrund und Geschichte der DGUV Vorschrift 2

Einer der wichtigsten Bausteine der Organisation von Sicherheit und Gesundheit in Betrieben und Bildungseinrichtungen stellt die sicherheitstechnische und betriebsärztliche Betreuung des Arbeitgebers und der Arbeitgeberin nach Arbeitssicherheitsgesetz (ASiG) dar. Das ASiG wird durch die DGUV Vorschrift 2 Betriebsarzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheitkonkretisiert.

Diese Vorschrift beschreibt die Pflichten von Unternehmerinnen sowie Unternehmern und führt die verschiedenen möglichen Formen der Betreuung auf. Insbesondere die Modelle zur Regelbetreuung und zur alternativen Kleinbetriebsbetreuung werden von den Unfallversicherungsträgern aufgegriffen, um eine branchenspezifische, gefährdungsbezogene und auf die Bedürfnisse kleiner Unternehmen eingehende Umsetzung des ASiG zu ermöglichen.

Angesichts einer sich stark ändernden Arbeitswelt mehren sich die Stimmen, die eine qualitative Verbesserung der Betreuung fordern. Außerdem wird vor allem in ländlichen Regionen ein Mangel an Betriebsarztinnen und Betriebsärzten beklagt, sodass eine flachendeckende betriebsärztliche Betreuung gefährdet ist. Die DGUV hat deshalb zwei Fachkonzepte entwickelt, die konkrete Vorschlage zur Problemlosung und Weiterentwicklung der betrieblichen Betreuung unterbreiten. Sie schlagen die Einbeziehung weiterer Professionen (Kunz et al. 2017) sowie die Durchführung eines Pilotprojekts „Zentrumsmodell“ (Bell et al. 2017) zur besseren regionalen Koordinierung der vorhandenen Betreuungskapazitäten durch die DGUV vor. Vom Fachbereich „Organisation des Arbeitsschutzes“ (FB ORG) durchgeführte Fachgespräche haben diese Vorschlage unterstutzt und weitere Ansatzpunkte für eine Weiterentwicklung ergeben.


Projektauftrag

Schließlich zeigten die Ergebnisse einer groß angelegten Evaluation der Anlage 2 der DGUV Vorschrift 2, also der Regelbetreuung für Betriebe mit mehr als zehn Beschäftigten, Optimierungsbedarf für die Gestaltung der DGUV Vorschrift 2 auf (Wetzstein et al. 2017). Diese Erkenntnisse und die zuvor genannten Entwicklungen wurden von den Gremien der Selbstverwaltung aufgegriffen. Sie führten schließlich zur Beauftragung des FB ORG, eine Anpassung der DGUV Vorschrift 2 vorzubereiten. Im FB ORG sind die gewerblichen Berufsgenossenschaften und Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand vertreten, außerdem die Sozialpartner, das BMAS, die Länder und die Verbände VDSI, VDBW und FV PASIG. Die Projektgruppe beschloss, über eine Anpassung der DGUV Vorschrift 2 in fünf Arbeitspaketen zu beraten (siehe Abbildung 1).

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Interview mit Dr. Walter Eichendorf

| Bild: Einweiserumfrage
Foto: Jan-Peter Schulz/DGUV
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Der scheidende stellvertretende Hauptgeschäftsführer der DGUV Dr. Walter Eichendorf spricht im Interview über die Meilensteine in seiner 20-jährigen Tätigkeit und gibt einen Ausblick in die Zukunft von Sicherheit und Gesundheit.


Das Interview führte Stefan Boltz, DGUV

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