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Dr. Joachim Breuer, Hauptgeschäftsführer der DGUV (Foto: DGUV/Stephan Floss Fotografie)
Dr. Joachim Breuer, DGUV
Foto: DGUV/Stephan Floss

Editorial

Zukunft gestalten - Arbeitsschutz auch durch Normung, Prüfung und Zertifizierung

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

ein Exoskelett, das Beschäftigte bei der Überkopfarbeit am Fließband entlastet, das ist eine tolle Erleichterung, keine Frage. Stimmt aber nicht ganz, denn die Technik wirft viele Fragen auf: Wie wirkt sich die elektronisch gesteuerte Unterstützung langfristig auf die Kraft und Beweglichkeit der Trägerin oder des Trägers aus? Was passiert, wenn die Maschine gehackt wird oder „bloß“ falsch programmiert ist?


Damit solche Fragen nicht unbeantwortet bleiben, gibt es Prüf- und Zertifizierungsstellen – zum Bespiel bei den Unfallversicherungsträgern. Sie testen Gerate und Maschinen, damit die Sicherheit und Gesundheit von Beschäftigten und Endverbrauchern keinen Schaden nehmen. Zertifizierung und Normung machen Waren und Prozesse sicherer und erleichtern ihren internationalen Austausch. Aber wer bestimmt, was Normen einfordern sollen?


 

Hier kommen neben den Prüfstellen auch die zahlreichen in der Normung engagierten Fachleute der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen sowie die Kommission für Arbeitsschutz und Normung (KAN) ins Spiel. Die KANN wurde vor 25 Jahren gegründet und versammelt alle wesentlichen Arbeitsschutzkreise in Deutschland an einem Tisch. An dieser Stelle: Allen Verantwortlichen einen ganz herzlichen Gluckwunsch zu einem Vierteljahrhundert erfolgreicher Arbeit!


Die KAN sowie die Fachleute und Prüf- und Zertifizierungsstellen der Unfallversicherungsträger arbeiten Hand in Hand. Im Rahmen der Prüfung und Zertifizierung werden nicht nur Mangel an Produkten, sondern auch Lücken und Schwachstellen von Normen aufgedeckt. Diese Erkenntnisse fliesen wieder zurück in die Normung. Im Idealfall entsteht so ein Kreislauf zugunsten sicherer und gesundheitsgerechter Produkte zwischen Normung, Prüf- und Zertifizierungsstellen, Herstellern und Betrieben. Häufig ist auch die Forschung involviert, denn Normung ist verknüpft mit Innovation.


Heute stehen nicht mehr die Produkte allein im Fokus, sondern auch Prozesse, Dienstleistungen oder ganze Systeme. Auch das ist ein Grund, warum die Arbeit der KAN und der Prüfstellen immer anspruchsvoller wird. Es gilt, neue Entwicklungen frühzeitig mitzubekommen und einzuschätzen. Erst dann beginnt die Kärrnerarbeit in den Gremien auf nationaler und vor allem internationaler Ebene.


Mit den besten Grüßen


Ihr


Dr.  Joachim Breuer

Hauptgeschäftsführer der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung

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Interview mit Prof. Dr. Breuer

| Bild: Interview mit Prof. Dr. Breuer
Foto: Becker/DGUV
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Prof. Dr. Joachim Breuer ist seit 2002 Hauptgeschäftsführer der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV). Zum 1. Juli 2019 wird er dieses Amt aufgeben. Sein Engagement für den Sozialschutz führt er aber fort: als Professor an der Universität Lübeck und als Präsident der IVSS. Ein Gespräch.


 

Das Interview führte Stefan Boltz, DGUV



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