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Dr. Joachim Breuer, Hauptgeschäftsführer der DGUV (Foto: DGUV/Stephan Floss Fotografie)
Dr. Joachim Breuer, DGUV
Foto: DGUV/Stephan Floss

Editorial

Selbstverwaltung im Wandel der Zeit

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

sie ist eine Besonderheit der deutschen Sozialversicherung. Die einen sagen, sie ist etwas, auf das wir stolz sein können und um das uns andere Länder beneiden. Die anderen sagen, sie ist ein überkommenes Institut, das nicht mehr in die politische Welt von heute passt.


 

Wer die Geschichte der Selbstverwaltung verfolgt, der sieht, dass heftige Diskussionen um das Für und Wider keine neuere Entwicklung sind, sondern die Selbstverwaltung spätestens seit Bismarcks Einführung der Sozialversicherung begleiten.

 

Aktuell wird die Arbeit der Selbstverwalterinnen und Selbstverwalter jedoch in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen. Nur zu den alle sechs Jahre anstehenden Sozialwahlen berichten die Medien regelmäßig. Denn seit Jahren wird diskutiert, ob sich die Bedingungen dieser Wahlen nicht verändern müssen mit dem Ziel, mehr Menschen zu beteiligen. Sollte man die Friedenswahlen ganz abschaffen zugunsten der Urwahl? Sollte man Onlinewahlen einführen? Sollte man Quoten schaffen, um Frauen und jüngere Menschen stärker zu beteiligen? Auch die Bundeswahlbeauftragten für die Sozialversicherungswahlen 2017 haben sich mit einem Zehn-Punkte-Reformprogramm an dieser Diskussion beteiligt. Es bleibt abzuwarten, ob ihre Forderungen dazu angetan sind, die Interessengegensätze vergangener Jahre zu überwinden.


Jenseits aller Modernisierungsfragen steht für die gesetzliche Unfallversicherung fest: Selbstverwaltung bleibt ein zukunftsfähiges Modell, um die Effizienz sowie die Versicherten- und Arbeitgebernähe des Systems zu erhalten. Selbstverwalterinnen und Selbstverwalter haben in jüngster Vergangenheit die Modernisierung der Unfallversicherung maßgeblich vorangebracht und sie haben sich auf weitreichende Vorschläge für die Modernisierung des Berufskrankheitenrechts geeinigt. Das zeigt: Selbstverwaltung ist politisch handlungsfähig, sofern die Politik ihr die Freiheit dazu lässt. Diese gilt es auch gegenüber kritischen Stimmen zu verteidigen. Dazu gehört auch: die Arbeit der Selbstverwaltung transparent machen und für sie werben. Denn ihr Wert für die demokratische Verfassung droht immer wieder in Vergessenheit zu geraten.


Mit den besten Grüßen


Ihr


Dr.  Joachim Breuer

Hauptgeschäftsführer der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung

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Interview mit Dr. Annette Niederfranke

| Bild: Interview mit Dr. Annette Niederfranke , Direktorin der ILO in Deutschland
Foto: Bundespresseamt
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Zu ihrem 100. Geburtstag hat die Internationale Arbeitsorganisation ILO den Bericht „Für eine bessere Zukunft arbeiten“ vorgelegt. Wie können menschenwürdige Arbeitsbedingungen, soziale Sicherheit und Unfallversicherungsschutz künftig gewährleistet werden? Ein Gespräch mit Dr. Annette Niederfranke, Direktorin der ILO in Deutschland.


 

Das Interview führte Elke Biesel, DGUV



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